Parteien müssen Farbe bekennen: Prognose aktualisiert

In den nächsten Wochen müssen die Parteien anmelden, mit wie vielen Listen und in welchen Listenverbindungen sie in die Wahlen steigen. Die Prognose für den Wahlausgang wird dadurch laufend genauer. Ein letztes Update, ehe es ernst gilt.

Bevor die Parteien ihre Listen, Kandidatennamen und Listenverbindungen einreichen, habe ich die Prognose-Seite von restmandat.ch nochmals aktualisiert (hier lang zur Prognose, hier zur Methode). Nebst den Prognosen mit Wahrscheinlichkeiten für die 14 grössten Parteien finden sich nun auch Angaben zur Ausgangslage in den kleineren Kantonen, allerdings ohne Prognose.

Ein schon recht klares Bild der Ausgangslage gibt es für St. Gallen, Thurgau oder Basel-Stadt. In diesen Kantonen sind Sitzverschiebungen teilweise bereits absehbar. Gerade in den grössten Kantonen Zürich und Waadt ist hingegen einiges noch offen. Vor allem können hier Kleinparteien, wenn sie sich etwa mit grösseren Parteien verbinden, die Ausgangslage noch entscheidend beeinflussen.

Wie sich die Situation in diesem frühen Stadium gesamtschweizerisch präsentiert, habe ich Anfang Juli gezeigt:

Sitzchancen_20150627

Der rote Punkt zeigt an, wie viele Sitze die Partei bei den Wahlen 2011 erreicht hat. Die Balken zeigen, wie gross die Chancen (sehr gut, gut, mittel) der Partei laut Prognosemodell sind, 2015 eine bestimmte Anzahl Sitze zu gewinnen. Angezeigt werden nur Sitze aus den 14 grössten Kantonen.

Die Grafik stellt dar, für wie viele Sitze sich die Parteien in den grössten Kantonen wie gute Chancen ausrechnen können. Genauso wie die Meinungsumfragen (bspw. SRG-Wahlbarometer) räumt das Prognosemodell der FDP die besten Chancen ein. Die Grünen und die neuen Mitteparteien GLP und BDP  müssen am ehesten mit Sitzverlusten rechnen. An dieser Prognose hat sich in den vergangenen Wochen kaum etwas geändert.

Die heisse Phase des Wahlkampfs beginnt jedoch erst. Da die Prognose komplett auf Daten der Vergangenheit basiert – Kantonswahlen, Trends, Bisherige/Rücktritte -, wird sie diese Diskussionen nicht berücksichtigten. Ungefähr Mitte September, wenn alle Kandidaten, Listen und Listenverbindungen bekannt sind, wird die definitive Prognose vorliegen. Ab dann kommt es alleine auf die Inhalte an.

Heute Montag (3. August) ist in den ersten Kantonen Listenschluss, das heisst, die Parteien müssen ihre Listen einreichen. Ein Ticker auf der Frontseite gibt ab sofort Auskunft über die neuesten Entwicklung und darüber, was in den kommenden Tagen ansteht. Die Prognose wird ebenfalls laufend angepasst – und sporadisch auch diskutiert.